Mittwoch, 13. Dezember 2017

13.12.2017

Zu meinem gestrigen Beitrag über unser Winterfutter haben sich doch einige Sportfreunde gemeldet. Hier in der Kommentarfunktion im Blog oder per Mail. Das war sehr interessant und lehrreich für mich. Wie unterschiedlich doch im Winter gefüttert wird ist interessant. Und mit allen Methoden kann man Erfolg haben. Wahrscheinlich ist es alles nicht so entscheidend.
Aber: einige Sportfreunde haben die Möglichkeit ihren Tauben im Winter durchgängig oder zumindest zeitweise Freiflug zu geben und andere setzen ihre Tiere (notgedrungen) über Monate hinweg fest - so wie wir auch. Dieses Festsetzen führt schon zu einer anderen Versorgung und muss auch zu einer anderen Versorgung führen.
Würde ich unsere Tauben über die Wintermonate, während die nur im Schlag sind, immer satt füttern und immer mit einer guten und reichhaltigen Mischung (es hat mir ein erfolgreicher und gut reisender Sportfreund geschrieben, dass er die Tauben ganzjährig mit der Fröhlingsdorf-Mischung von Vanrobayes - also ein sehr gehaltvollen Reisefutter - füttert) versorgen, dann würden die Tauben fett. Richtig fett. Der genannte Züchter aber kann relativ regelmäßig Freiflug geben. Das ist dann schon ein Unterschied.
Für mich ist wichtig, dass es den Tauben in der Versorgung während der Wintermonate an nichts mangelt und sie trotzdem nicht schwer werden. Das ist für mich die Kunst in der Fütterung bei festsitzenden Tauben. Denn jedes Gramm Übergewicht kann bei der Paarung im Früjahr Probleme machen und ganz besonders bei den ersten Freiflügen. Dafür versuche ich das Futter entsprechend bedarfsgerecht zusammen zu stellen.
Mir ist da v.a. wichtig, dass das Futter einen Roheiweißanteil von etwas 12-15 Prozent enthält. Studien haben gezeigt, dass das Immunsystem von Brieftauben bei diesem Anteil Roheiweiß im Futter am Besten funktioniert. Leider unterschreiten einige sogenannte "Wintermischungen" am Markt diesen Anteil doch recht deutlich. Da die Tauben aber gerade jetzt bei Nässe, Kälte und weil sie ja (zumindest bei uns) kaum Zusatzpräparate bekommen, wahrscheinlich besonders anfällig sind, ist es von Bedeutung, dass das Futter die Grundvoraussetzungen für ein gut funktionierenden Immunsystems zur Verfügung gestellt bekommen.
Darüber hinaus finde ich es immer wichtig, dass in einem Taubenfutter das Verhältnis der Omega-Fettsäuren gut ist. Darüber habe ich ja immer mal wieder hier geschrieben im Blog. Man sagt, dass das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren etwa 4:1 oder 5:1 sein soll. Das versuche ich in den Futtermischungen, die unsere Tauben bekommen, immer zu beachten, auch wenn es nicht immer ganz funktioniert, denn die meisten Körner, die wir unseren Brieftauben füttern können, haben ein deutlich schlechteres Verhältnis. Ich schrieb gestern über Mais. Das Fettsäureverhältnis von Mais ist nicht gut. Das von Hanf aber beispielsweise sehr gut.
Obendrein ist es für mich persönlich immer wichig, dass in einem Taubenfutter das Aminosäurenverhältnis von Cystein zu Lysin/Methionin in einem bestimmten Verhältnis in etwa vorhanden ist (1 : 1,4). In der Tierernährung, also in der Geflügelindustrie oder in der Schweinemast  ist in den letzten Jahren in Richtung Aminosäuren sehr viel geforscht worden und entsprechend werden dort auch Futterergänzungsprodukte sehr gezielt eingesetzt.
Bzgl der Ernährung unserer Brieftauben sind wir da natürlich noch ein ganzes Stück weit zurück. Es gibt zu dem Thema aber inzwischen sehr viel interessante Literatur. Ich fand diesen Text sehr interessant und für mich als Laien auch recht gut verständlich:
Aminosäuren in der Tierernährung
Insgesamt ist das für mich ein netter Zeitvertreib nebenher. Ob das alles so wichtig ist - keine Ahnung. Aber es macht mir Spaß mich mit diesen Dingen zu befassen. Als Züchter, den das alles nicht interessiert muss man sich dann einfach darauf verlassen können, dass die Futterhersteller gute Mischungen für meine Tauben anbieten. Übrigens ist auch das ein Grund dafür, warum wir seit Jahren immer wieder auf das Futter Prange Grand Prix der Firma Beyers als unser Basisfutter schwören. Es erfüllt alle Faktoren, die uns wichtig erscheinen und die ich oben genannt habe, von fast allen am Markt befindlichen Futtermischungen am Allerbesten.

Dienstag, 12. Dezember 2017

12.12.2017

Gestern habe ich mir unser Winterfutter für die Reisetauben gekauft. Ursprünglich hatte ich vor einfach das Prange Grand Prix mit 25 - 30 Prozent Paddy-Reis zu versetzen. Der Händler bei dem ich - rein zufällig in diesem Fall - vorbei kam, hatte aber das Prange Futter nicht vorrätig. Da ich keine Lust hatte nun noch an einem anderen Tag erneut wegen Futter los zu fahren, habe ich ein wenig umdisponiert und das Futter aus drei verschiedenen Sorten zusammen gestellt und dann gemischt. Ich schreib hier mal auf was am Ende dabei als Mischung heraus gekommen ist:

20 % Paddy-Reis
13 % weißer Dari
9 % Kardi
9 % Mais
8 % Weizen
6 % Wicken
6 % Erbsen
5 % get. Soja
5 % Hanf
5 %  Milo
4 % Katjang
3 % Haferkerne
2 % Hirse
1 % Sonnenblumen
1 % Rohreis
1 % Buchweizen
1%  Perilla
1 % Kanariensaat

Diese Mischung hat nun folgende Nährwerte:
8,1 % Rohfett, 14,2 % Roheweiß, 7,4 % verwertbares Eiweiß, 55 % Kohlehydrate, 8,4 % Rohfaser
Das Aminosäurenverhältnis von Lysin und Methionin zu Cystin beträgt 1,36:1 was nahezu ideal ist. Ich denke, dass wir da ein prima Winterfutter haben.
Allerdings enthält die Mischung recht wenig Mais. Gerade bei Kälte fressen Brieftauben ja sehr gerne Mais, weil der den Kropf schnell füllt aufgrund seiner Größe und viele Kohlehydrate zur Energie- und Wärmegewinnung liefert.
Mais haben wir in einem extra Sack noch hier stehen und wenn es richtig kalt wird, dann werden wir ihn daraus zufüttern. Ansonsten halte ich persönlich Mais allerdings für eines der unwichtigsten und am meisten überschätzten Futtermittel für Tauben. Keimproben verlaufen meistens miserabel, weil der Mais tot getrocknet wurde und der Nährwert von Mais beschränkt sich fast ausschließlich auf die Kohlehydrate. In Zuchtmischungen ist Mais nahezu nutzlos. Im Winter setzen Tauben aufgrund der vielen enthaltenen Kohlehydrate (welche in Fettpolster umgewandelt werden) bei starker Maisfütterung zu viel Gewicht an. In der Mauser ist Mais als Futtermittel auch weitgehend nutzlos. Einzig in der Reise ist Mais als Futter am Rückkehrtag aufgrund der Kohlehydrate und ebenso zum Flug hin gut zu gebrauchen. Er hat aber einen großen Vorteil für die Futtermittelhersteller: Mais ist billig und hat viel Volumen. Aus diesem Grund findet man ihn oft in sehr großen Teilen in verschiedenen Futtermischungen...

Montag, 11. Dezember 2017

11.12.2017

Inzwischen habe ich die jungen Vögel, die im kommenden Jahr die Reise bestreiten sollen, auf die Witwerschläge umgesetzt. Das haben wir in diesem Jahr erstmals nicht direkt nach der Jungtierreise getan, sondern erst jetzt wo die Mauser praktisch abgeschlossen ist. Ich hatte hier schon darüber geschrieben warum ich das für dieses Jahr so getan habe.
Auch in diesem Jahr haben wir doch einige junge Vögel zuviel. Ich habe mir neben den Reiseleistungen und der Abstammung die Tauben noch einmal sehr genau bzgl ihrer körperlichen Eigenschaften angesehen und danach nun die Entscheidung getroffen, welche Jungvögel auf jeden Fall für das kommende Jahr bleiben dürfen. Bei dieser Beurteilung sind mir zwei Vögel negativ aufgefallen, die aufgrund der Leistung und der Abstammung eigentlich auf jeden Fall zu den Witwern umziehen sollten. Sie hatten während der letzten kalten Tage ständig Hunger und während alle anderen Jungvögel sehr gut im Futter waren (nicht fett, aber so wie sie eben in der Mauser sein sollten) und waren einfach längst nicht so rund wie die anderen Tauben. Diese beiden Vögel sind nun, obwohl ich eigentlich recht viel von ihnen halte, nicht auf den Witwerschlag umgezogen. Sie haben wohl irgendeine Schwäche, irgendetwas schleppen sie mit sich herum. Das könnte man sicherlich herausfinden und wenn nötig behandeln: aber wenn von 31 jungen Vögeln 29 absolut in Ordnung sind und zwei negativ auffallen, dann glaube ich nicht dass diese beiden Tauben im nächsten Jahr in der Reise positiv auffallen werden.
Insgesamt finde ich es allerdings nicht schön wenn mehr junge Vögel übrig sind, als man eigentlich Plätze hat. Denn auch die anderen Jungtauben, die nun (noch) keinen Platz zwischen den Witwern gefunden haben, haben eigentlich alle Vorraussetzungen gut zu fliegen. Ich habe mir aber fest vorgenommen nicht, wie im letzten Jahr, mehr Vögel auf den Witwerschlag zu setzen als Zellen dort sind. Es wäre vom Platz insgesamt durchaus möglich, aber mir was das im Umgang mit den Tauben einfach zu unruhig.
Auch von den letztjährigen Witwern müssen noch zwei Tauben weichen. Auch da tu ich mich sehr schwer, denn normalerweise behalten wir alle jährigen Vögel, die das Reisejahr gut überstanden haben. Dafür ist aber ebenfalls kein Platz, sodass wir dort auch etwas selektieren müssen. Und bei den letzten beiden, die nun weichen müssen, habe ich unglaublich Schwierigkeiten mich zu entscheiden. Bei den Kandidaten waren die Reiseleistungen allesamt nicht so doll....aber das hat bei jährigen Tauben, zumal wenn es ein holpriges Reisejahr war wie auf unserem Schlag, manchmal nichts zu sagen. Immer wieder haben wir es erlebt, dass Tauben als zweijährige gut fliegen, die jährig kaum etwas zustande gebracht haben. Die Tauben, die nun auf der Kippe stehen, gefallen mir in der Hand alle ausnehmend gut. Deswegen hab ich an dieser Stelle noch nicht entschieden, weil ich denke, dass sie alle fliegen können müssten. Mal schauen wie wir das noch angehen.

Sonntag, 10. Dezember 2017

10.12.2017

Nachdem ich gestern hier meinen Tagebucheintrag verfasst hatte, habe ich noch ein wenig im Internet zu dem Thema gestöbert. Dabei bin ich auf ein Interview mit Taubentierarzt Fernand Marien gestoßen. Doktor Marien ist sicherlich der umstrittenste unter den Brieftaubentierärzten. Die einen sagen: "Der hat keine Ahnung, der findet ja nie etwas." Die anderen sagen: "Er ist der beste Taubentierarzt der Welt." Die Beurteilung von Krankheiten, die Führung der Tauben, die Bewertung von Brieftauben - all das unterscheidet sich bei Fernand Marien schon sehr von vielem, was seine Kollegen im Brieftaubensport so tun und denken.
Als Züchter muss man mit der Art klar kommen, wie Fernand Marien über Brieftauben denkt. Darauf muss man sich einstellen und verlassen. Dann kommt man damit über die Jahre sehr gut klar. Aber es kann aiuch große Probleme machen. Fernand Marien gibt eben nicht sofort Medizin, wenn er bei einer Taube einige wenige Trichomonaden im Abstrich findet. Er sagt, dass eine gute Taube damit klar kommen muss. Zum Thema Chlamydien habe ich ihn einmal angesprochen. Er sagte sehr knapp zu mir: "Das ist kein Problem. Es ist da um den Züchtern das Geld aus der Tasche zu ziehen." Und wenn bei einer Taube Salmonellen gefunden werden, die Taube aber äußerlich kerngesund ist und keine Schwierigkeiten hat, dann überlegt Sportfreund Marien drei Mal, ob er das Tier oder den Bestand auch behandelt.
Fernand Marien sieht sich, so denke ich, mehr als Tierarzt, als jeder andere Taubentierarzt. Er will kranken Tauben helfen und sie behandeln. Aber nicht jede Taube, die einige Trichomonanden oder Kokzidien hat, ist auch krank. Es gibt viele Tiere, die mit einigen unterschwelligen Erregern sehr gut züchten oder fliegen können. Das denkt Dr. Marien.
Man muss das nicht teilen und wenn ein Züchter lieber auf "Nummer sicher" gehen will was Krankheiten betrifft und nichts riskieren möchte, dann ist er sicher bei anderen Brieftaubentierärzten besser aufgehoben. So wie bestimmte Brieftauben zu einem Züchter passen müssen, so muss auch der behandelnde Tierarzt zu einem Züchter passen. Man muss als Brieftaubenzüchter ein gutes Gefühl haben wenn man einen Tierarzt aufsucht und seine Tauben dort untersuchen lässt. Nach der Untersuchung muss man sicher sein, dass das, was der Tierarzt diagnostiziert hat und wie er es behandeln möchte (oder eben auch nicht) absolut richtig ist. Dann ist man gut aufgehoben bei einem Brieftaubentierarzt.
In dem Interview mit Fernand Marien, welches ich fand (und dass ich vor Jahren schon einmal gelesen hatte), sagte der Tierarzt in Bezug auf die Taubenversorgung doch einige interessante Dinge. So ist auch Fernand Marien der Meinung, dass Brieftauben nicht viel benötigen. Selbstverständlich sind Mineralien wichtig und ganz besonders kleine Steine zur Verdauung. Mineralien haben so viele Funktionen im Körper, dass sie immer zur Verfügung stehen müssen. Aber eben auch in einem bestimmten Verhältnis der einzelnen Mineralstoffe, wenn man ein Mineralpulver verfüttert.
Was von Vitamingaben zu halten ist, möchte Fernand Marien nicht wirklich beurteilen. Er sagt, dass er es nicht wirklich weiß, aber dass er "zur Sicherheit" ein Mal in der Woche ein Konditionspräparat einsetzt, in dem alle Vitamine enthalten sind. Produkte, die nur einzelne Vitamine oder Vitamingruppen enthalten lehnt er ab, weil sie laut seiner Aussage Probleme für den Stoffwechsel machen können.
Und das von mir gestern erwähnte Grünfutter? Dr. Marien meint, dass es nicht schadet, aber auch kaum etwas nutzt, weil die Brieftaube aufgrund ihres kurzen Darms die Inhaltsstoffe des Grünfutters nicht gut verwerten kann. Aber im Winter vertreibt es aus seiner Sicht die Langeweile der Tauben - was ja auch nicht schlecht ist.
Wir selbst haben in unseren Schlägen im Jahr 2010 die Versorgung mit den Produkten von Dr. Marien übernommen. Das bedeutet, dass alle Tauben ein Mal in der Woche das Mineralpulver des Tierarztes bekommen und ein Mal in der Woche das Konditionspulver. Während der Reise empfiehlt Dr. Marien ja auch noch seinen Sirup zur Mineralstoffversorgung, den wir aber nicht einsetzen, sondern ein anderes Präparat. Und damit fahren wir insgesamt ausgesprochen gut. Es ist einfach, es ist günstig und es funktioniert für uns.
Über die Jahre haben wir zusätzlich immer wieder auch andere Dinge ausprobiert, weitere Zusatzprodukte und "Wundermittel" - die meisten wurden irgendwann wieder verworfen, weil wir keinen Nutzen erkannt haben. Allerdings muss ich auch sagen, dass wir hier und da dann doch mal ein Produkt weiter gebrauchen, weil es für uns und unsere Tauben Sinn zu machen scheint. Aber ob das wirklich so ist? Wer weiß das schon....

Samstag, 9. Dezember 2017

09.12.2017

Gestern Abend lief im Fernsehsender 3Sat eine Dokumentation mit dem Titel "Das Geschäft mit dem Schnupfen". Man kann sie sich hier ansehen:
Das große Geschäft mit dem Schnupfen - Helfen Medikamente wirklich?
Ich fand die Sendung sehr interessant. Es wurde in Frage gestellt ob die vielen frei verkäuflichen Medikamente gegen Schnupfen helfen, ob Vitamine helfen, ob Mittel zur Stärkung des Immunsystems helfen usw.
In der Sendung kamen durchaus hochrangige Wissenschaftler zu Wort.
Ich musste immer wieder an uns Brieftaubenzüchter denken. Wir lassen uns ja alle - der eine mehr, der andere weniger - die verschiedensten Produkte für unsere Brieftauben verkaufen, die ihnen gut tun sollen. Für die Gesundheit, für das Immunsystem, für freie Atemwege, für ein gesundes Wachstum usw.usw.
Interessanterweise wurde in dem Film auch das Teehaus in München gezeigt und dessen Besitzer interviewed, bei dem ich immer mal wieder Kräutertees bestelle und dann für mich selbst, aber auch für unsere Tauben nutze. Es kamen also durchaus verschiedenste Anbieter von Tees oder Medikamenten zu Wort, aber auch Forscher und Kritiker.
Letzten Endes wurde auch in dieser Sendung wieder einmal das bestätigt, was schon so viele Forschungen in den vergangenen Jahren ergeben haben. All die vielen Produkte und Stoffe zur Stärkung der Gesundheit, zur Förderung des Immunsystems usw. helfen praktisch nicht. Sie haben keinen Nutzen. Im Gegenteil: hin und wieder können einzelne Stoffe auch einmal schaden.
Warum also ziehen wir als Menschen für uns, aber auch als Brieftaubenzüchter für unsere Tauben aus diesen Forschungen eigentlich keine Konsequenzen? Warum versuchen wir es immer wieder und testen ob nicht das ein oder andere Mittel doch einen Nutzen bringt?
Ich denke, dass wir in erster Linie immer versuchen uns selbst und unser Gewissen zu beruhigen. Wir wollen zumindest versuchen alles zu tun, damit es uns selbst, aber v.a. unseren Tauben gut geht. Deshalb rühren wir nahezu täglich irgendwelche Produkte an das Futter oder mischen sie in die Tränke (überspitzt formuliert). Wir überversorgen unsere Tauben mit Vitaminen, Mineralien usw. Weil die Tauben ja fressen und trinken müssen können sie nicht anders, als das aufzunehmen was wir ihnen hinstellen. Würden wir viele der Präparate, die wir so nutzen, zur freien Aufnahme den Tauben zur Verfügung stellen, dann würde kein Gramm davon gefressen.
Ein Beispiel: Jetzt in der Winterzeit fressen unsere Tauben recht wenig Mineralien. Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Ich kann diverse Mineralmischungen über das Futter rühren oder ins Wasser geben - oder ich stelle sie zur freien Aufnahme hin. Wenn die Tauben aber bei der freien Aufnahme kaum etwas aufnehmen, dann brauchen sie es doch scheinbar nicht. Warum soll ich dann also Mineralien an das Futter rühren?
Wir lügen uns oft in die Tasche. Es gibt inzwischen kaum noch Mineralfutter, welches nicht mit Leckereien versehen ist. In fast allen fertigen Mischungen sind Sämereien enthalten oder gemahlene Nüsse usw. Und entsprechend fressen die Tauben diese Mischungen sehr gierig. Wir als Züchter machen uns dann vor, dass das Produkt gut ist und die Tauben das brauchen. Das Gegenteil ist doch der Fall. Sie fressen es wegen der Lockstoffe und nehmen deswegen zu viel der Mineralien auf oder was sonst noch in den fertigen Mischungen enthalten ist.
Ich habe das in diesem Jahr ja selbst getestet. Während ich in den Vorjahren auch immer die fertigen Mischungen in denen Lockstoffe enthalten sind, gegeben habe - der Verbrauch war enorm - bin ich in diesem Jahr dazu übergegangen wieder eine reine Mineralmischung zu verabreichen (Picobal der Firma Klaus). Die Tauben frassen die Mineralien auch - aber längst nicht in diesen gewaltigen Mengen wie früher. Wir haben über das Jahr vielleicht ein Viertel dessen verbraucht, was wir in den Vorjahren an Mineralmischung gegeben haben. Den Tauben ging es damit aber nicht schlechter.
Gleiches gilt doch für die Versorgung mit Vitaminen: in allen möglichen Produkten für unsere Brieftauben sind Vitamine enthalten. Wir überversorgen die Tauben mit Vitaminen. Und das, obwohl inzwischen mehrfach erwiesen wurde, dass synthetische Vitamine keinen Nutzen für das Immunsystem haben oder für eine bessere Gesundheit usw. Das weiß auch inzwischen eigentlich jeder, der sich mit dieser Materie ein wenig befasst. Trotzdem: wir geben unseren Tauben Mineralfutter - versetzt mit Vitaminen. Wir geben unseren Tauben Aminosäuren - versetzt mit Vitaminen. Wir geben unseren Tauben Probiotika - versetzt mit Vitaminen. Wir geben unseren Tauben reine Vitaminprodukte und Mittel für die Form und die Zucht usw. Praktisch jeder Versorgungsplan, der von den verschiedenen Herstellern im Brieftaubensport so angeboten wird, ist überfrachtet mit Vitaminen, Mineralien usw. Und obendrein haben, wie auch diese Sendung gestern abend wieder dokumentierte, v.a. die meisten Vitamine keinen Nutzen. V.a. nicht für die Gesundheit.
Ich möchte deswegen heute nochmal auf folgende Dokumention hinweisen, die ich mir seit langer Zeit immer mal wieder gerne ansehen: "Die Vitaminlüge"

Mittwoch, 6. Dezember 2017

06.12.2017

Leider hat mich derzeit eine üble Darminfektion erwischt. Seit fast zwei Tagen kann ich das stille Örtchen kaum verlassen. Auch die Versorgung der Tauben läuft entsprechend schnell ab. Futter in den Trog, kurz nach dem Trinkwasser geschaut und dann wieder weg vom Schlag. An ein Saubermachen der Schläge ist nicht zu denken. Aber das hole ich nach sobald ich wieder auf dem Damm bin.
Während ich so flach liege beschäftige ich mich damit die Zuchtpaare für das nächste Jahr weiter zusammen zu stellen. Ich bin mit den Planungen nun fast fertig und recht zufrieden mit dem, was ich mir da so überlegt habe. Wichtig im Zuchtschlag ist aus unserer Sicht, dass die Tauben nicht zu alt werden und dass jedes Jahr auch junge Tiere in den Zuchtbestand integriert werden. Da wir unsere Reisevögel recht lange reisen und erst mit etwa 6 Jahren in die Zucht übernehmen brauchen wir also immer einen Anteil an jungen Weibchen, die wir dann in den Zuchtbestand setzen. Wenn man sich Abstammungen von As-Tauben ansieht, dann sind die Eltern dieser Tauben doch meistens noch nicht sehr alt. Woran das liegt vermag ich nicht zu sagen, aber es ist schon so, dass selten einmal Asse aus zwei älteren Tauben fallen.
Wann wir in diesem Jahr anpaaren kann ich noch nicht ganz genau sagen. Das hängt auch davon ab wie ich es dienstlich einrichten kann. Aber es ist gut möglich, dass wir die Anpaarung der Tauben doch noch ein oder zwei Wochen nach hinten schieben gegenüber den Vorjahren. Wir haben festgestellt, dass einzelne Jungtauben zum Ende der Reise nur noch zwei Schlagfedern stehen haben, was nicht so wirklich ideal ist. Bei einer Anpaarung etwa zwei Wochen später dürfte sich dieses Problem erledigt haben. Deswegen denke ich, dass wir im kommenden Jahr so um den 15. Februar herum die Tauben zusammen setzen.

Montag, 4. Dezember 2017

04.12.2017

Vor gut einem Jahr hatte ich hier im Tagebuch geschrieben, dass die Zahl der Singvögel erschreckend niedrig ist. Auch nun steht unser Vogelhäuschen wieder und als in den letzten Tagen die Temperaturen sanken, da waren hier auch die Vögel wieder auf Futtersuche. Es hat sich nicht so sehr viel getan. Meisen und Spatzen scheinen etwas mehr da zu sein als vor einem Jahr. Aber ansonsten ist die Zahl der Singvögel weiter recht gering. Zwei Kleiber sehen wir hier das ganze Jahr über, Drosseln auch, aber die Zaunkönige beispielsweise, die wir hier im Sommer beobachten konnten, sehen wir derzeit nicht mehr. Es kann natürlich sein, dass sie nun an einem anderen Standort sind.
Krähen gibt es hingehen in so großer Zahl, dass man sich nicht wundern muss, wenn kein Singvögel mehr groß wird. Dazu Turmfalken, die sich enorm vermehrt haben im zurückliegenden Jahr, auch der Sperber ist hier weiter aktiv....die "Experten" von den Naturschutzverbänden werden vermutlich wissen was sie tun - das sind ja ganz schlaue Leute, die uns immer genau sagen können, was wir in Bezug auf den Naturschutz zu tun und zu lassen haben. Ach ja: Eichelhäher gibt es auch einige in diesem Jahr und gestern habe ich auch einen Tannenhäher gesehen....
Nun wo unsere RV-Ausstellung gelaufen ist, werde ich unsere Tauben nach und nach auf Winterfütterung umstellen. Dazu strecke ich die noch vorhandene Mausermischung deutlich mit Paddy-Reise und Gerste. Sollte dieses Futter dann zur Neige gehen, bekommen die Tauben wieder das Prange Grand Prix gestreckt mit Paddy und Gerste.
Zwei Junge Vögel haben sich übrigens eine Feder abgebrochen jeweils in der ersten Ordnung. Diese Federn werde ich nach völligem Abschluss der Mauser noch ziehen und dann können sie komplett wieder nachwachsen.