Dienstag, 17. Oktober 2017

17.10.2017

In den letzten paar Jahren hatten wir in unserem Zuchtschlag immer mal wieder Fälle, in denen uns in der Zeit der Trennung, im Herbst und Winter, hier und da Vögel schwul wurden. Sie paaren dann untereinander, liegen zusammen in den Zellen. während der Mauser schleppen sie federn und bauen Nester und sie treten sich gegenseitig. Das mag einerseits ein Zeichen dafür sein, dass die Tauben gesund und gut versorgt und in guter Verfassung sind. Andererseits nervt es einfach. Solche Tauben können einem den ganzen Schlag durcheinander bringen. Meine Notizen lassen aber auch die Vermutung zu, dass aus diesen Tauben im Frühjahr einfach kein guter Nachwuchs zu erwarten ist. Bei der Anpaarung paaren sie meistens mit den Weibchen ganz normal - manchmal dauert es auch ein wenig. Sie befruchten normal, ziehen ihre Jungtiere normal hoch. Es ist eigentlich alles in Ordnung. Aber die unter der Nachzucht dieser Tauben hat sich bisher eigentlich kein Leistungsträger gezeigt. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Tiere ja tatsächlich das ganze Jahr über versuchen zu züchten und zu paaren. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie scheint mir dann die Qualität nicht mehr so vererbt zu werden. Die gleiche Beobachtung mache ich eigentlich später in einem Zuchtjahr. Trotz bester Gesundheit, bester Versorgung usw. scheint mir oft die Qualität von Jungtauben aus dem vierten oder fünften Gelege eines Paares in einem Jahr nicht so da zu sein, wie bei den ersten Gelegen. Ob da etwas dran ist vermag ich nicht zu sagen, aber es ist so mein Gefühl.
Bei dem schönen Wetter gestern habe ich nun also den Zuchtschlag gereinigt und mir ausserdem noch einmal einige Dreieckssitze bestellt. Diese werden nun, sobald sie geliefert sind, vor die geschlossenen Zellen im Zuchtschlag gehängt. Bisher waren die Zellen im Winter immer geöffnet. Aber diese Paarerei von einigen, wenigen Vögeln geht mir doch auf die Nerven. Wenn es mit den Dreieckssitzen dann auch nicht besser wird, werde ich diese Vögel wahrscheinlich doch vom Schlag nehmen.

Sonntag, 15. Oktober 2017

15.10.2017

Nach vielen trüben Tagen, an denen hier nicht ein Sonnenstrahl durch die dichte Wolkendecke gekommen ist, hatten wir gestern endlich mal wieder einen richtig schönen, sonnigen Herbsttag. Nach der täglichen Reinigung der Schläge haben dann alle Tauben die Badewanne hingestellt bekommen und ausgiebig gebadet und sich nachher in der Sonne getrocknet. Es ist schon ein Unterschied ob die Tauben bei trübem Wetter baden (was sie selbstverständlich auch machen) oder bei Sonne, denn bei Sonnenschein genießen sie das Bad und das anschließende Trocknen doch deutlich mehr. Jetzt in der Mauser bekommen unsere Tauben doch so alle drei Tage ein Bad angeboten und nutzen dieses in ihrer Mehrheit auch. Trotzdem gibt es immer wieder Tauben, die praktisch gar nicht baden. Ich weiß nicht warum das so ist. Es ist mir schon oft aufgefallen, dass man häufig im Schlag einzelne Tiere hat, die nicht in die Badewanne gehen - und oft sind das nicht die schlechtesten Tauben.
Nachdem wir ja einige Jahre lang unsere Tauben mit den Mineralmischungen aus den Eimern, wie sie derzeit überall angeboten und gerne gekauft und verfüttert werden, versorgt haben, haben wir die Zufütterung von Mineralien in diesem Jahr nun ja wieder umgestellt. Ich hatte vor längerer Zeit darüber geschrieben, dass wir den Tauben nicht mehr die Mischungen geben wollen, in denen Lockstoffe wie Sämereien, gemahlene Nüsse, Zwieback oder andere Backerzeugnisse und Korrels enthalten sind. Hintergrund dafür war, dass wir einfach mehr Kontrolle über das haben wollen, was wir unseren Tauben füttern und auch immer Bedenken haben, dass diese Lockstoffe einfach schneller ranzig und schädlich werden.
Über das ganze Jahr haben wir unseren Tauben nun das Produkt "Picobal" der Firma Klaus gegeben, dazu ein oder zwei Mineralpulver und verschiedene Picksteine und Taubenkuchen. Ich muss sagen, dass mir das sehr gut gefallen hat. Der Verbrauch an Mineralien ist einfach erheblich gesunken. Die Tauben fressen die täglich frisch angebotenen Mineralien sehr gerne, aber längst nicht in den riesigen Mengen in denen die Mineralmischungen mit den Lockstoffen verzehrt wurden. Das ist einfach kostengünstiger. Das Produkt "Picobal" hatte ich mir in 25-Kilogramm-Säcken besorgt und da ich bei uns ja Futter etc. auf den Dachboden tragen muss, war es auch weniger Arbeit die Säcke rauf zu tragen statt mehrere Eimer. Wir werden das auf jeden Fall so beibehalten. In Kassel auf der Messe werde ich mich außerdem über ein neuen Mineralprodukt der Firma Klaus namens "Pico-Carbon" informieren. Es scheint so, als ob das wie eine Mischung aus zerschlagenen Picksteinen ist.
Da unsere Tauben darüberhinaus sehr regelmäßig Moorkonzentrat über das Futter bekommen und ebenso das Mineralpulver von Fernand Marien und über die Tränke von Zeit zu Zeit C-Phos ist die Mineralienversorgung sowieso sehr sicher gestellt, denke ich. Ein Brieftaubentierarzt sagte vor einiger Zeit mal zu mir: "Über Mineralien brauchen Sie sich nicht so viele Gedanken zu machen. Die bekommen die Brieftauben heutzutage mehr als genug über Beiprodukte etc." Ich denke, dass der Tierarzt da recht hat.

Dienstag, 10. Oktober 2017

10.10.2017

Nach der Reise hatten wir auf dem Witwerschlag noch bei einigen, wenigen Paaren ein Junges hochkommen lassen. Die meisten Paare haben wir jedoch nur zweimalig überbrüten lassen. Diese Jungtiere waren inzwischen flügge und waren auf den Reiseschlägen auch einige Male in die Dachvoliere gegangen. Vorgestern sind sie dann umgezogen in den alten Bauwagen etwa 300 Meter von hier entfernt, in dem mein Vater zum Spaß noch einige Tauben hält. Bei der Umzugsaktion ist leider ein Jungtier entflogen. Ausgerechnet jene Jungtaube, die ich von den jetzt im Sommer gezogenen als Schönste empfand. Sie kommt aus unserem 308, der schon mehrere Spitzenpreise geflogen hat und leider in diesem Jahr während der Reise durch einen Greifvogel verletzt wurde. Da auch hier ständig Greifvögel unterwegs sind, hatten wir die entflogene Jungtaube schon abgeschrieben. Gestern nachmittag saß sie dann plötzlich hier auf dem Hausdach und kurze Zeit später auf der Dachvoliere, die sie durch ein paar Ausflüge schon kannte. Neben der Dachvoliere ist ein Ausflug, den die Taube aber bisher nicht kannte. Trotzdem habe ich ihn vorsichtig geöffnet in der Hoffnung, dass das Jungtier gegen Abend vielleicht dort einspringt. Ich bin dann zum Füttern der anderen Tauben gegangen und als ich das nach kurzer Zeit erledigt hatte, saß die Jungtaube nicht mehr auf dem Dach. Ich hatte aber nicht erwartet, dass sie schon eingesprungen war. Genau das hat das Tier aber getan. Das hat mich doch ein wenig überrascht. Diese Jungtaube scheint ein schlaues Tier zu sein. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, als sie wieder im Schlag war. Nun ist sie nochmals umgezogen. Ich hoffe, dass sie dieses Mal in ihrem neuen Domizil verbleibt.
Ich versuche derzeit auf dem Papier schon einmal die Zuchtpaare für das nächste Jahr zusammenzustellen. Es wird sich - wie in jedem Jahr - sicherlich hier und da noch etwas ändern. Dann kommen einem neue Ideen oder beim Betrachten der Stammbäume der Tauben fällt einem irgendetwas auf - und dann wird die Planung wieder verändert. Alle Paare, die ich so im Kopf habe, speichere ich in unserem Abstammungsprogramm und manchmal mache ich mir zusätzlich auch noch schriftliche Notizen. So habe ich dann bis zur Zeit der Anpaarung zumeist alle Paare in Gedanken und auf dem Papier beisammen - was nicht heißt, dass ich nicht bei der Anpaarung doch noch einmal etwas ändere. Sehr spannend ist aber v.a. auch der Rückblick. Was ist aus einzelnen Zuchtauben oder aus bestimmten Paaren, auf die man große Hoffnung gesetzt hat, eigentlich übrig geblieben? Wieviele Tauben hat man nach drei, vier Jahren noch aus einem Zuchtjahr? Wieviele gute Tauben hat man gezogen und was daran war wirklich gezielte Zuchtplanung? Letztlich verstehen wir alle doch überhaupt nichts davon wie man Zuchtpaare zusammenstellt oder wie man gute Tauben züchtet. Es ist doch nur ein Probieren und Versuchen. Und manchmal stellt man fest, dass ein bestimmtes Paar besonders gute Tauben gibt oder dass bestimmte Linien vielleicht besonders gut zusammen passen. Das ist dann aber fast schon alles. So geht es dem normalen Züchter - so geht es aber auch dem sehr erfolgreichen Züchter. So geht es v.a. aber auch den Züchtern, die massenweise Zuchtpaare beherbergen und über das Jahr dann auch noch massenweise Tauben verkaufen. Auch für diese Sportfreunde ist es immer nur ein Probieren.
Deswegen ist es genauso ein Probieren, wenn man nun in einer Auktion eine Taube aus "Sohn X" mal "Tochter Y" kauft. Oftmals fehlt bei den Elterntieren jeglicher Leistungsnachweis. Wenn man dann bedenkt, dass selbst aus sehr guten Reisetauben oder ausgezeichneten Zuchttauben auch nur ein oder zwei richtig gute Tauben auf vielleicht zehn gezogene Jungtiere fallen, dann kann man sich vorstellen, dass dieses Kaufen von Tauben, deren Eltern weitgehend unbewiesen sind, einfach nur einer Lotterie gleicht. Es macht einfach keinen Sinn! Entweder versucht man sich mit Tauben aus bewiesenen Reisetieren oder noch besser: aus bewiesenen Vererbern zu verstärken oder man kann es beinahe lassen. Es ist nur Glücksspiel - der ein oder andere Sportfreund hat dann auch mal Glück. Die meisten aber ziehen Nieten. Und dafür sind diese Nieten einfach meistens viel zu teuer....

Sonntag, 8. Oktober 2017

08.10.2017

Als im Sommer während der Reise unsere Witwer nicht gut drauf waren und ich einige Tiere beim Tierarzt vorgestellt hatte, war ja ein jähriger Vogel dabei, der ganz stark mit Trichomonaden infiziert war, während die anderen Tauben keine Trichos hatten. Wir haben dann, als wir mit der Reise ausgesetzt haben einen Flug, u.a. auch für 4 Tage gegen Trichomonaden behandelt.
Zu diesem jährigen Vogel muss man folgendes wissen: er war in seinem Geburtsjahr auf vier Vorflügen mitgewesen und heimgekehrt und dann auf dem ersten Preisflug ausgeblieben und nach der Reise zurück gekommen. Er tat sich dann auf der Altreise anfangs etwas schwer, kam auch mal nachmittags wieder. Vielleicht hat er sich da unterwegs irgendwo mit den Trichomonaden infiziert. Nach der Behandlung wurde er auch, wie die anderen Tauben, weiter gereist und flog dann auch noch drei Preise.
Jetzt nach der Reise habe ich den Vogel mit seinem Weibchen mal ein Junges ziehen lassen um zu sehen, wie er sich dabei macht. Das Jungtier setzte dann doch recht weichen und teilweise flüssigen Kot ab in der Zelle. Und jetzt, wo das Jungtier nicht mehr beim Vogel ist und dieser auch von seiner Täubin getrennt, setzt dieser jährige Vogel selbst auch zu weichen Kot ab. Während der Kot bei allen anderen Tauben normal ist und fest, setzt dieser Jährige keinen guten Kot ab. Für mich ist das ein Zeichen, dass wir mit diesem Vogel, auch wenn er zum Ende der Reise noch Preise geflogen hat, nicht weiter arbeiten können. Er wird uns einfach auf Dauer keine Freude machen. Da ist es sinnvoller seine Zelle mit einem hoffnungsvollen Jungvogel zu besetzen. Man muss einfach konsequenter sein bei der Auslese. Tauben, die einem negativ auffallen, vielleicht sogar mehrmals, sollte man nicht behalten.

Samstag, 7. Oktober 2017

07.10.2017

Ein Leser meines gestrigen Eintrags hat mir gefragt, wie wir die Tauben jetzt während der Mauser versorgen. Ich will es kurz aufschreiben. Es ist eigentlich relativ einfach: als Futter erhalten sie durchgängig das Premium Mauser Extrem von Matador. Das Futter ist so konzipiert, dass man keine Aminosäuren zufüttern muss. Ich verweise hier einmal auf die Informationen des Herstellers:
"Premium Mauser Extrem"
Durch die Versorgung mit diesem Futter muss ich mir keine Gedanken darüber machen, ob ich noch ein Aminosäurenpräparat zufüttere oder etwas in der Art. Es ist nicht notwendig. Über das Futter geben wir zwei Mal in der Woche Moorkonzentrat zum Anfeuchten und dazu das Mineralpulver und das Konditionspulver von Dr. Marien. Dazu auch noch das Mineralith-Pulver vom Teekontor. Und ein Mal in der Woche gibt es flüssige Hefe über das Futter (wegen der B-Vitamine) und diese wird ebenfalls ebenfalls mit Mineralpulver und Mineralith abgetrocknet (ohne Konditionspulver). Das war es eigentlich. Die Versorgung mit Extrakten aus Grünfutter (weil ich einfach oft zu bequem bin Grünzeug zu schneiden) erfolgt ein bis zwei Mal in der Woche mit Tee (eine Kräutermischung) und etwa zwei Mal die Woche mit Naturaline. Zu dem Wasser mit Naturaline gebe ich dann noch Ropa-flüssig, Allicin und Löwenzahnsaft. Und das war es dann. Unsere Tauben werden im Grunde den ganzen Winter über so versorgt, wobei nach Abschluss der Mauser nur noch ein Mal in der Woche Moorkonzentrat mit Mineral- und Konditionspulver gegeben wird. Ein Mal im Monat bekommen die Tauben 1 ML Blitz auf 2 Liter Wasser zusätzlich, um Jod zuzuführen.
Mit dieser Versorgung kommen die Tauben sehr gut durch die Mauser.

Freitag, 6. Oktober 2017

06.10.2017

Anschließend an das Thema, welches ich gestern hier an dieser Stelle behandelt habe, stieß ich heute im Internet auf einen ganz neuen Artikel (gestern erschienen), welcher das Thema "Honig und Pestizide" behandelt. In diesem Beitrag geht es insbesondere um die schädliche Wirkung von Neonicotinoiden auf Bienen. Hier ist er nachzulesen: "Bienen-schädliches Pestizid im Honig"
Wenn es richtig ist, dass diese Pestizide sich besonders negativ auf das Orientierungsvermögen der Bienen auswirken, dann sollten wir auch in Bezug auf unsere Brieftauben vorsichtig sein. Denn wer weiß schon ob die größeren Verluste der letzten Jahre nicht auch im Zusammenhang mit eben diesen Pestiziden stehen. Wir sollten auf jeden Fall darauf achten was wir unseren Tieren an Zusatzprodukten so verabreichen. Wobei wir letztlich bei der Fütterung unserer Tauben ohnehin auf Getreide angewiesen sind, welches durchaus ebenfalls Reste von Glyphosat o.ä. enthalten kann...
In diesem Zusammenhang möchte ich noch einen weiteren interessanten Artikel hinweisen, der aus meiner Sicht verdeutlicht, dass in Bezug auf die Pestizide viel mehr im Argen liegt, als wir Verbraucher uns so gemeinhin vorstellen:
Glyphosat: BfR-Bericht bei Monsanto abgeschrieben
Ebenso möchte ich noch kurz darauf hinweisen, was ein Leser dieses Blogs als Kommentar zu meinem gestrigen Eintrag geschrieben hat. Jeder kann das hier im Blog nachlesen und sich seine Gedanken machen.
Insgesamt  bestärken mich all diese Dinge weiter darin zu sagen, dass die allermeisten Zusatzpräparate, die wir in gutem Glauben unseren Brieftauben verabreichen, einfach keinen Nutzen haben oder sogar schädlich sein können.Die meisten Produkte die angeboten und verwendet werden, dienen nicht den Tauben, sondern dem guten Gewissen des Züchters. Über Jahre und Jahrzehnte hat es die Industrie durchaus verstanden uns einzureden, dass es ohne zig verschiedene Produkte nicht mehr möglich ist, seine Tauben gesund und tiergerecht zu halten. Ich denke das Gegenteil ist der Fall. Mineralien und Grit, Magensteine und Futter, ab und an Grünfutter und vielleicht mal etwas tierisches Eiweiß...damit kann eine Brieftaube hervorragend mausern, gute Junge züchten und sogar gut reisen. Leider glaubt das heute kaum noch ein Züchter. Die Frage nach dem "Was gibst du?" steht oft vor allem anderen...

Donnerstag, 5. Oktober 2017

05.10.2017

Diese unten folgenden Zeilen hatte ich schon vor einigen Tagen geschrieben. Dann erreichte mich aber eine schlechte Nachricht von meinem Arbeitsplatz und ich hatte keine Lust mehr weiter zu schreiben.
Angriff auf Pfleger in Eickelborn
Heute ist mir beim Füttern der Zuchtvögel ein alter Reisevogel aus dem Zuchtschlag ausgekniffen. Zwischen den Beinen durch zur Tür heraus. Er flog bei strahlendem Sonnenschein einige Runden um das Haus. Ich habe dann einen Dachausflug geöffnet und der Vogel ist dann oben in seinen alten Witwerschlag eingesprungen. Es war schön den Vogel kurz um das Haus fliegen zu sehen und es tut einem in der Seele weh, dass die Tauben nun alle festsitzen. Ok, jetzt in der Mauser würden sie ohnehin nicht viel fliegen. Aber danach wäre es doch schöner, wenn sie wieder draußen fliegen könnten. Aber die Greifvögel machen das unmöglich. Es ist echt erstaunlich wie viel Nachwuchs die Greifer in diesem Jahr gezüchtet haben.
Jetzt sind wieder einige Tage ins Land gegangen. Aber es hat sich hier in den Schlägen naturgemäß nicht viel getan. Die Tauben mausern einfach weiter. Ich hatte in der Zwischenzeit jedoch einen interessanten Bericht im Fernsehen über Tee verfolgt. Ich bin selbst ja Teetrinker und auch unsere Tauben kriegen eigentlich gerade jetzt in der Mauser- und Winterzeit regelmäßig Tee gereicht. In dem Fernseh-Beitrag wurden einige Vorteile des Teegenusses aufgezeigt, aber irgendwann kam man dann auch auf Probleme beim Tee zu sprechen. Ich erfuhr etwas über die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide. Vereinfacht gesagt sind das Giftstoffe, welche Pflanzen ausbilden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Giftstoffe können über die gesammelten Pflanzen auch in den Tee oder in andere Kräutermischungen gelangen.  Einige Pyrrolizidinalkaloide haben eine leberschädigende Wirkung. Bei Langzeitanwendung können sie auch Leberkrebs auslösen.
Das trifft aber nicht auf alle Pyrrolizidinalkaloide, sondern nur auf einige. Für diese Stoffe gibt es aktuell noch gar keine gesetzlichen Grenzwerte, sodass sie durchaus in bestimmten Temischungen in viel zu hoher Dosierung enthalten sein können.
Es ist also durchaus Vorsicht geboten, wenn man seinen Tauben regelmäßig Teemischungen verabreicht oder vielleicht auch selbst regelmäßig Kräutertees trinkt. Bezüglich unserer Brieftauben gibt es aber in Sachen Pyrrolizidinalkaloide einen Punkt, der viel schwerwiegender sein kann, als das Verabreichen von Tees. Viele Sportfreunde geben ihren Tauben sehr regelmäßig Honig (sogar sogenannten medizinischen Honig), Blütenpollen oder auch Propolis oder Gelee Royal. Gerade diese Bienenprodukte können jedoch große und schädliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden enthalten. Je nachdem wo und wie die Bienen ihren Nektar gesammelt haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa ein Zehntel des Honigs auf dem deutschen Markt Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Honige und Bienenprodukte aus dem Ausland scheinen teilweise durchaus noch stärker belastet zu sein. Wenn wir Honig aus Südamerika, Mittelamerika importieren, aus Asien zum Teil auch, dann kann der mit diesen Alkaloiden belastet sein.
Problematischer als Honig o.ä. sind allem Anschein nach jedoch die als Nahrungsergänzungsmittel angebotenen Pollenprodukte. In ihnen wurden deutlich höhere Belastungen als bei Honig gefunden. Da die Pyrrolizidinalkaloide natürlicherweise gebildet werden, sind die Gehalte auch in Bio-Produkten nicht zwangsläufig geringer. Es nutzt in dem Fall also nichts als Konsument auf Bio-Produkte umzusteigen. Gleiches gilt selbstverständlich bei der Versorgung unserer Brieftauben. Es ist also nicht so, dass man sagen kann: "Ich gebe meinen Tauben Honig und/oder Blütenpollen und andere Bienenprodukte" und man tut seinen gefiederten Rennern damit auf jeden Fall etwas Gutes....ich denke, da Tauben nicht auf den Verzehr von Bienenprodukten angewiesen sind, sollte man dieses eher unterlassen....und wo ich schon beim Thema Honig bin: es gibt inzwischen nicht wenige Brieftaubenzüchter, die ihren Tauben sogenannten Manuka-Honig verfüttern. Manuka-Honig wirkt antibakteriell und antiseptisch. Dieses ist inzwischen wissenschaftlich vielfach nachgewiesen. Diese Wirkung wollen sich Taubenzüchter mit der Gabe dieses Produktes zunutze machen. Das Dumme ist nur: gerade in Manuka-Honigen wurden bei Tests zuletzt vermehrt schädliche Stoffe nachgewiesen, die insbesondere die Orientierungsfähigkeit unserer Brieftauben negativ beeinflussen können. So z.b. das viel diskutierte Glyphosat, welches beispielsweise im Manuka-Honig mit Werten in der Nähe der gesetzlichen Grenzwerte gefunden wurde...